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Sa 18:00
Jonas Kaufmann

- Not available -

@Baden-Baden
„Mein Wien“ heißt das Programm, mit dem der Tenor Jonas Kaufmann der Wiener Operette ein musikalisches Denkmal setzt: mit Arien, Duetten, Polkas, Walzern von Johann Strauß, Robert Stolz, Emmerich Kálmán und anderen. Der Abend ist Teil einer Tournee zur neuen Jonas Kaufmann CD von Sony Classical.
Bei Beethoven wurde die Kunst zur Religion und die Sinfonie zum Gottesdienst. Das zeigt auch das heutige Konzert, das eine echte Messe einer versteckten gegenüberstellt.
Wenn ein Sänger wie Philippe Jaroussky sich zum ersten Mal dem deutschen Lied nähert, dann ist das ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges. Als Countertenor hat Jaroussky so viele Platten verkauft wie kaum ein anderer Künstler seines Metiers. Nun nähert sich der Sänger zum ersten Mal den Liedern von Franz Schubert – diese verbinden feinste harmonische Schattierungen mit unsterblichen Melodien.
Schöner kann ein Sopran gar nicht schwelgen als in Strauss’ „Vier letzten Liedern“. Hier kann auch Diana Damrau wieder zeigen, warum sie seit vielen Jahren als eine der bedeutendsten Strauss-Interpretinnen der Gegenwart gilt. Im Anschluss an Strauss´ Lieder erklingt Bruckners beliebteste Sinfonie: ein hochmelodisches Werk mit einem Adagio, in dem der Komponist auf Wagners Tod reagierte.
Heute und morgen dürfen wir wieder Sir Simon Rattle begrüßen – diesmal als Chefdirigenten seines neuen Orchesters, dem London Symphony Orchestra. In beiden Konzerten stellt Rattle Musik von Beethoven der von Alban Berg gegenüber. In Beethovens Oratorium „Christus am Ölberge“ übernimmt der berühmte slowakische Tenor Pavol Breslik die Rolle des Jesus. Alban Bergs Violinkonzert, das den Tod von Alma Mahlers Tochter Manon in den Mittelpunkt stellt, wird im Festspielhaus Baden-Baden die georgisch-deutsche Meistergeigerin Lisa Batiashvili zur Aufführung bringen.
@Thomas Rabsch
Heute wie gestern konfrontiert Sir Simon Rattle mit dem London Symphony Orchestra Musik von Berg mit der von Beethoven. Bergs „Lulu“-Suite arrangiert Musik aus der gleichnamigen Oper zu einer Sinfonie mit Sopransolo. Sie bildet den Kontrapunkt zu Beethovens neunter Sinfonie, in der Beethoven die ganze Welt umarmen will. Dass Bergs Detailreichtum sich direkt auf Beethoven bezieht, ist bei aller Gegensätzlichkeit der beiden Komponisten eine Brücke. Eine weitere nicht zu vernachlässigende (noch Bergs Gassenhauer verweisen darauf) wäre schließlich: die alte, große, musikgesättigte Stadt Wien.
Dass Mahlers fünfte Sinfonie Kultstatus besitzt, verdankt sie auch Viscontis Film „Tod in Venedig“. Berühmter noch als das dort verwendete „Adagietto“ ist die Trompetenfanfare zu Beginn. Mahlers Kunst, mit Orchesterklängen zu zaubern, sind viele Musiker geradezu verfallen. Der leidenschaftliche Mahler-Dirigent Leonard Bernstein etwa verschmolz beim Dirigieren dann auch fast mit dem Komponisten. Sein Nachfolger im Geiste kommt aus Kanada: Yannick Nézet-Séguin, der ehemalige Chefdirigent des Rotterdam Philharmonic Orchestra hat gerade die prominenteste Kapellmeisterstelle übernommen, die Amerika zu bieten hat: die Leitung der Metropolitan Opera in New York.