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Der fliegende Holländer

Datum:

Uhrzeit:

Ort:

31.10.2026, Samstag

19:00

Deutsche Oper Berlin, Bismarckstraße 35, 10627 Berlin, Deutschland

<p>Romantische Oper in drei Aufzügen<br>Musik und Dichtung von Richard Wagner mit gesprochenen Interventionen von Shlomi Moto Wagner und Milo Rau<br>Uraufführung am 2. Januar 1843 in Dresden<br>Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. Oktober 2026</p> <p>Einführung Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts. Nach den …</p>

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Romantische Oper in drei Aufzügen
Musik und Dichtung von Richard Wagner mit gesprochenen Interventionen von Shlomi Moto Wagner und Milo Rau
Uraufführung am 2. Januar 1843 in Dresden
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. Oktober 2026

Einführung Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts. Nach den Vorstellungen findet jeweils ein Nachgespräch im Rang-Foyer rechts statt.
Sprache In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Spieldauer ca. 3 Stunden / Eine Pause
Altersangabe ab 14 Jahren 

 

Mit Der fliegende Holländer setzt sich der streitbare Theatermacher Milo Rau erstmals mit dem Werk und Kosmos Richard Wagners auseinander – und nutzt die romantische Oper als Ausgangspunkt für eine Reise in die politischen Tiefenschichten der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht der verfluchte Seemann, der nur durch die Treue einer Frau Erlösung finden kann – und in Senta eine obsessiv entschlossene Verbündete findet. Ausgehend von Wagners ideologisch verbrämter Beschäftigung mit Ahasverus, der Figur des ewig wandernden Juden, seinem Antisemitismus und Erlösungskult richtet Rau den Blick auf die lange Nachkriegsgeschichte von Schuld, Erinnerung und der Suche nach Versöhnung. Was bedeutet es, Wagner nach der Shoah zu lieben? Gibt es eine Erlösung für Wagner, eine Erlösung von der deutschen Schuld? Die Inszenierung verfolgt diese Fragen anhand der Figur des unerlösten Holländers wie ein Roadmovie durch die deutsche Kultur und Geschichte nach 1945 und die emotional aufgeladenen deutsch-israelischen Beziehungen bis ins Heute. Der Holländer erscheint als nationale Metapher: als Figur, die immer wieder an der Überwindung ihrer eigenen Geschichte scheitert. Rau wagt damit den Schritt in schmerzhafte Areale des Diskurses – ohne erträgliche Antworten zu versprechen. Mit dokumentarisch-filmischer Erzählweise und den Mitteln des Musiktheaters wird die Partitur zum Denkraum über Rezeption und Verantwortung. Musikalisch trifft Wagners Geisteroper auf die energiegeladene Lesart der jungen Dirigentin Giedrė Šlekytė, die mit dieser Produktion ihr Wagner-Debüt an der Deutschen Oper Berlin gibt. Tomasz Konieczny verkörpert mit großer Rollenerfahrung diesen neuen Holländer; an seiner Seite gestaltet Aušrinė Stundytė, international gefeiert für ihre radikalen Frauenfiguren, erstmals die Senta. 

 

Änderungen vorbehalten.