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Sa 18:00
Pierre-Laurent Aimard
Der französische Meisterpianist Pierre-Laurent Aimard spielt die beiden gewaltigsten Klaviersonaten der Musikgeschichte. Die zweite Sonate des Amerikaners Charles Ives stellt dabei so etwas wie eine Antwort auf Beethovens Hammerklaviersonate dar, ja, sie zitiert sie sogar. Unterteilt man „Klaviertechnik“ in „Geläufigkeit“, „Klangfarbe“ und „Dichte“, dann kommt bei Ives und Beethoven noch ein entscheidender Parameter hinzu: die schiere körperliche Kraft. Dazu besitzt Beethovens Musik eine Weite, im langsamen Satz etwa, die man transzendental nennen muss – und es sind dann auch vier amerikanische Transzendentalphilosophen, die Ives in seiner Sonate porträtiert.
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Schubert ist ein diskreter Komponist – und so nähert sich auch das heutige Konzert dem Komponisten auf einem Seitenweg. Mit Heinz Holliger, dem Kammerorchester Basel und den Liedern Othmar Schoecks dürfen wir hier von einem Schweizer Zugang sprechen. Holliger ist als Oboist, Dirigent und Komponist der prominenteste Künstler seines Landes.
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@LAMMERHUBER
Die Wiener Philharmoniker spielen Sinfonien von Beethoven. Wird so berühmte Musik aufgeführt, geht es immer auch um Kleinigkeiten: etwa die zwei Schläge, mit denen die dritte Sinfonie, die „Eroica“, beginnt. An Fragen entlang, wie diese zu nehmen sind, trocken, warm, breit etc., bilden sich Traditionen heraus, von denen Dirigenten in ihren Interpretationen nur profitieren können. Andris Nelsons, der Chefdirigent des Leipziger Gewandhausorchesters, musiziert regelmäßig mit den Wienern zusammen. Er wird neben der oft gespielten „Eroica“ auch Beethovens achte Sinfonie aufführen, die trotz ihrer hervorragenden Musik eher selten in Konzertsälen erklingt.
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Mit der Sopranistin Renée Fleming verbinden langjährige Festspielhaus-Besucher zwei legendäre Strauss-Produktionen: Der amerikanische Klassikstar (hier ist die Bezeichnung tatsächlich einmal angebracht) wählte unser Haus, um als Marschallin im Rosenkavalier sowie als Ariadne in der gleichnamigen Oper zu debütieren. Diesmal hat die Sängerin Lieder von Franz Schubert, Claude Debussy, Franz Liszt und Henri Duparc auf ihr Programm gesetzt: Die schönheitstrunkene Musik des Jugendstils ist wie gemacht für ihre Luxusstimme. Wie sehr in diesem Fall Superlative angebracht sind, zeigt sich auch an der Wahl des Liedbegleiters. Evgeny Kissin ist selbstverständlich mehr als das - dieser Pianist ist an Ruhm der Fleming mindestens ebenbürtig.
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