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Akademietheater

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Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Joël Pommerats hochkomisches wie berührendes Pariser Erfolgsstück präsentiert 18 Geschichten über die Unmöglichkeit der Liebe.

In einem u.a. von Ingmar Bergman und Arthur Schnitzler inspirierten Szenenreigen trifft hier die Prostituierte auf den Priester, die Sekretärin auf den Chef oder die Babysitterin auf ein, nun ja, kinderloses Paar. Die funkelnden Miniaturen spielen im Transitbereich menschlicher Beziehungen: Ein Bräutigam muss auf der Hochzeit gestehen, sämtliche anwesenden Schwestern der Braut bereits einmal geküsst zu haben, und ein Lehrer versucht, verstörten Eltern seine vermeintlich unschuldige Liebe zu ihrem kleinen Sohn zu erklären. Die große Vergeblichkeit ist Voraussetzung allen Geschehens in diesem Stück: Die 24 Männer und 28 Frauen, die einander hier begegnen, lieben einander oder haben einander geliebt oder lieben nun jemanden anderen oder haben überhaupt aufgehört zu lieben.

„Was in dir vorgeht, ist eine ganz einfache neuro-chemische Reaktion.“

In präzisen Dialogen erzählt Pommerat von Menschen, die an der Liebe scheitern – und belegt auf amüsante Weise eine eigentlich todtraurige These: Eine erfüllte Liebesbeziehung ist in etwa so wahrscheinlich wie eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea. Wobei: gänzlich ausgeschlossen ist die schließlich auch nicht, irgendwann einmal, mit etwas Glück.

Der Autor und Regisseur Joël Pommerat (*1963) schreibt und inszeniert in engem Dialog mit seinem Ensemble, der Compagnie Louis Brouillard, Stücke, die der Paradoxie des Alltags realistisch und unverblümt Stimme verleihen und mit ihrer Aktualität und Intensität ein breites Publikum begeistern. Er gilt als einer der wichtigsten französischen Gegenwartsdramatiker und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. drei Mal mit dem Prix Molière.

Änderungen vorbehalten.

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